Reise ins Kletterparadis Geyikbayiri

 

Der Winter in Deutschland will nicht enden! Wem fehlt dies nicht: Sonne, Wärme, Kletterfelsen! Letztes Jahr haben wir uns zu Ostern schon einen kleinen Sommer gegönnt, das bringt Lebensfreude und Energie. Hier ein kleiner Bericht von uns – als Empfehlung und Anreiz für alle, die Ostern einen kleinen Sommer-Kletter-Urlaub machen wollen:

31. April 2012
Einfacher geht es nicht: Ein Flug nach Antalya und eine gute Stunde Autofahrt (Abholservice) und wir erreichen das Camp JoSiTo. In der Nähe des Dorfes Geyikbayiri liegt es mitten im größten gleichnamigen Klettergebiet der Türkei.

Josito Klettercamp

Josito Klettercamp

Wir kommen spät Abends an und die Dunkelheit verbirgt die Umgebung vor uns. Wir richten uns in unserer süßen kleinen Hütte ein und erwarten neugierig den nächsten Morgen. Schönster Sonnenschein weckt uns und unsere Neugierde wird nicht enttäuscht. Die Aussicht von unserer kleinen Terrasse ist einfach einzigartig!

Direkt hinter der Hütte liegt der erste Felsriegel – nur wenige Schritte entfernt. Etwas weiter oberhalb befindet sich eine weitere kilometerlange Felswand und auch neben und unterhalb des Camps befinden sich weitere Sektoren mit unzähligen Routen. Also: Nicht lange Kaffee trinken, sondern schnell das Kletterequipment aus dem Koffer holen und die ersten Routen testen.

Bester Fels erwartet uns: Fest und griffig, oftmals richtig spitz. Unsere Angst vor abgespecktem Gestein war völlig unbegründet.

Schönste Routen mit bester Absicherung – sogar Vorstiegs-Angsthasen wie ich einer bin können nicht über weite Hakenabstände klagen. Die Felswände geben alles her: senkrechte und geneigte Wände, Höhlen mit Dächern (vor allem Routen in den höheren Schwierigkeitsgeraden), Sinter und vieles mehr. Wir haben uns viele verschiedene Sektoren angeschaut – direkt oberhalb des Camps und auch an der langen Felswand oberhalb der Straße. Empfehlungen können wir nicht geben: alle Sektoren sind einen Besuch wert!

So verbringen wir einen Tag nach dem anderen damit morgens lecker zu frühstücken, dann zu klettern bis die Finger weh tun und abends gemütlich mit den anderen Kletterern den Tag an der Bar ausklingen zu lassen.

Das Essen hier ist übrigens sehr gut; sich ausschließlich im Camp zu versorgen ist auf Dauer allerdings nicht sooo günstig. Da jedoch der nächste Laden einen 3/4stündigen Fußweg entfernt liegt – bergauf übrigens – und dieser auch nicht viel Auswahl bietet, sollten Selbstversorger ihr Essen planen.

Ein guter Tipp für alle Selbstversorger: der sonntägliche Markt!

Der Markt ist nicht nur für diejenigen, die einkaufen wollen, ein Erlebnis. Eine ganze Straße lang reihen sich Stände mit Obst und Gemüse, mit Brot und Käse, Honig und Süßem, mit Kleidung, Kinderspielzeug und mehr.

Markttag

Hier eines der kleinen „Häuschen“ aufzusuchen und das türkische Essen zu probieren, lohnt auf jeden Fall.

Die Coca Cola Flaschen mit der weißen Flüssigkeit enthalten übrigens Ziegenmilch.

Die Glöckchen der Ziegen hört man hier übrigens den ganzen Tag. Und die Landschaft ist durchzogen von Ziegenpfaden. Eines Tages kamen wir gerade recht um zwei gerade geborene Zicklein bewundern zu können.

Zicklein

Ein weiterer Tipp für einen Pausentag oder -nachmittag ist eine Wanderung zu alten Ruinen oberhalb des Camps. Durch Steinmännchen gekennzeichnet schlängelt sich ein schmaler Pfad bergauf bis zu diesen alten eingefallenen Häusern.

Ruinen

Ebenso lohnend ist eine Wanderung bergab. Folgt man dem Flusslauf, überquert man einsame Wiesen und passiert unzählige keine Wasserfälle.

kleiner Wasserdfall

Ein Muß für alle Fisch-Esser ist das Fischrestaurant ein kleines Stück unterhalb des Camps. Beim Essen sitzt man zwischen mehreren Forellen-Teichen aus denen der Fisch direkt frisch gefangen wird.

Fischrestaurant


Unsere Meinung: Geyikbayiri ist ein wirklich lohnendes Ziel zu Ostern! Fantastische Kletterfelsen, wunderbares Wetter, ruhige Natur, leckeres Essen und liebe Menschen – mehr brauchen wir nicht für einen wirklich fantastischen Urlaub!

Category: Klettern, Kletterreisen

Comments (2)

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  1. Andreas says:

    Meint ihr, das lohnt sich auch für nicht so versierte Kletterer, wie ich einer bin? Bzw. bin ich aus den Kinderschuhen nie rausgekommen, aber Spaß macht`s eben trotzdem… So schön der Winter auch sein mag. Ein bisserl Sonne wäre wirklich nicht verkehrt.
    Ach und wo war denn Mama Ziege gerade, dass ihr zu den Kleinen so nah heran konntet?

    • klettervirus says:

      Hey Andreas!
      Die Mamaziege lag direkt daneben, war aber von der Geburt noch sehr erschöpft. Ist direkt da auf dem Weg darniedergekommen!
      Wenn Du leichtere Routen suchst:4-5c gibt es laut Führer nur so 100 Routen. 6a kommen nochmal 80 drauf, bis 7a inkl. sind es dann so insgesamt 380 Routen, ohne das Gebiet Olympos.
      Die meisten Routen sind sehr moderat bewertet. Du kannst auch Bergwandern, Du siehst im Hintergrund einen Schneebedeckten Gipfel, der erreichbar ist ;-)
      Wenn Du noch mehr Fragen hast, melde Dich einfach!

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