Kletterurlaub auf Kalymnos – ein perfekter Urlaub!

Klettern im Herbst… Wohin? Die Frage ist schnell beantwortet: Kalymnos! Die Insel für Kletterer, gegenüber von Kos, Griechenland. Erstes Problem, die Anreise: Von Deutschland aus hilft nicht mal das Internet, um herauszukriegen, wann denn die Fähren von Kos nach Kalymnos gehen. Na gut, wir hoffen das Beste, schreiben unserem Vermieter, lassen uns beruhigen und fliegen zu Beginn der Herbstferien los. Was uns erwartet ist, kurz gesagt, der perfekte Kletterurlaub. Im Folgenden eine Art Tagebuch, das ich nur kurz mit einer Zusammenfassung und ein paar Tipps für Kalymnos-Reisende einleiten möchte.

Allgemeine Eindrücke:
Kalymnos kennt man nur als Kletterer. Das ist auch gut so, denn es gibt neben den ca. 15.000 Einwohnern auch nur Kletterer und ein paar versprengte griechische Urlauber. Die gesamte Insel ist also auf uns Kletterer eingestellt; es ist das erste Mal, dass ich als Kletterer so etwas wie ein “willkommener Wirtschaftsfaktor” war. Ein neues, gutes Gefühl. Die Insel ist klein, an einem Tag kommt man überall vorbei, wenn man eine Rundtour macht. Die Hauptstraße führt zuverlässig an fast allen Klettersektoren vorbei, die die Einheimischen praktischerweise mit ca. 50 Zentimeter hohen weißen Säulen an der Straße markiert haben (inklusive Hinweisschild, wie lange es bis zu welchem Sektor zu laufen ist). Sehr praktisch! Wie sehr die Griechen dort auf Kletterer eingestellt sind, wurde mir klar, als wir mit unseren Rädern durch ein paar engere Wege kurvten, um den steilen Stichweg zum Fels zu finden. Ein Grieche saß auf seiner Veranda und deutete nur auf den etwas versteckten Weg hinter seinem Haus – Natürlich war das unser gesuchter Weg…. ;-)

Tipps und Tricks:

  • Das Kletterleben tobt in Masouri. Je weiter weg von Masouri Eure Unterkunft liegt, desto ruhiger habt Ihr es. Unterkünfte gibt es ab ca. 20,-€ die Nacht (Studio/Appartement für 2,5 Personen). Es ist immer möglich, spontan vor Ort eine Unterkunft zu ergattern. Wenn der Flug früh ist, würde ich heute keine Reservierung mehr vorab machen.
  • Die Griechen haben eine lockere Art. Mike (von Mike´s Bikes) hat uns z.B. nur nach dem Namen und unserer Unterkunft gefragt, ehe wir mit den Rädern abfahren durften. Zurückbringen? “Wann Ihr wollt… ” Aber es funktioniert! Und er hat ungefragt 20% Rabatt für 10 Tage Räder gegeben.
  • Hinter Masouri nach Norden ´raus gibt es eine Etage höher den “Supermarkt” -Fany Market-. Hier kriegst Du für einen Euro Brot, das selbst Deutsche zufrieden stellt (selbst gebacken!).
  • Nehmt Euch mindestens einen Tag, um nach Telendos überzusetzen. Die vorgelagerte, und von überall sichtbare Insel ist es wert. Hier erwarten Dich mindestens zehn erstklassige Sektoren. Die Bote fahren von Myrties aus, bringen Dich zum Gebiet Deiner Wahl und holen Dich ab, wann Du magst. Griechisch eben, locker bleiben, es läuft schon….
  • Verzichtet auf die üblichen Scooter und nehmt ein Fahrrad. Es geht zwar häufig knackig bergauf, wir haben aber alleine in unseren zwei Wochen von mindestens drei Unfällen mit den Dingern gehört. Und sportlicher ist diese Umweltschutzmaßnahme sowieso.
  • Geh davon aus, dass Du niemals alle Sektoren/Routen zu Gesicht bekommen wirst. Das Potential auf der Insel ist immer noch unglaublich!
  • Auf Kalymnos sollte man sich nicht mit “gutem Klettern” zufrieden geben, es gibt nebenan immer (!) “erstklassiges Klettern”.
  • Zur Kletterausrüstung gehört immer eine Badehose und Handtuch, die Buchten und Strände sind außergewöhnlich sauber und bieten erfrischend klares Wasser.
  • Mythos ist ein gutes Bier!
  • Und die grünen Mandarinen (Spitzname “Mandaletten”) sind superlecker!

Samstag, 06.10.2012

Herbstferien! Auf nach Kalymnos…

Die Kletterausrüstung brüderlich auf 2 Koffer verteilt, Kamera im Handgepäck machen wir uns auf den Weg: Vom Flughafen Düsseldorf geht’s nach München und von dort nach Kos; leider fehlen unsere Koffer auf dem Band – die sind in München „steckengeblieben“. Die Klärung wie wir an die Koffer kommen – sie werden uns bis zum Hafen in Kalymnos nachgeschickt – kostet uns genau die Zeit, die nächste Fähre zu erreichen. Um 19h stehen wir daher am Hafen auf Kos und müssen feststellen: Die nächste und letzte Fähre für den heutigen Tag legt erst um 22:30h ab. Die Stunden des Wartens nutzen wir, um uns Zahnbürsten für die Nacht zu kaufen. Die fehlenden Koffer haben schließlich auch Vorteile: Wir müssen nur leichtes Handgepäck tragen und haben eine Hand frei für ein erstes griechisches Bier.

 Sonntag, 07.10.2012

Wir bekommen ein leckeres Frühstück bei Anna. Ihr Mann, Stefanos, ist der Besitzer unseres gemieteten Apartments in Panormos. Er hat uns nicht nur spät in der Nacht vom Hafen in Kalymnos abgeholt, sondern fährt uns auch heute nochmal dorthin, damit wir unsere Koffer einsammeln können. Es klappt reibungslos und so können wir – jetzt in Besitz unserer Kletterausrüstung – die ersten Kletterrouten testen. Da es inzwischen Mittag ist, entscheiden wir uns für ein kleines Gebiet in der Nähe unseres Appartments: AUSTRIANS. Direkt oberhalb des Meeres bei blauen Himmel und strahlender Sonne steigen wir in die ersten Routen ein und genießen den Tag. Die letzte Route hat uns viel Kraft gekostet: Gemini, ursprünglich als 7a bewerten, wird inzwischen im Kletterführer als 7b bewertet und musste von uns vor Ende abgebaut werden. Nächstes Mal, wenn wir hierher kommen, sind wir stärker! (Besimmt sind wir schon morgen stärker von dem vielen Ziehen und Zerren in der vermeintlichen 7a.)

Traumhafte Landschaft beim ersten Zustieg auf Kalymnos

Traumhafte Landschaft beim ersten Zustieg auf Kalymnos

Montag, 08.10.2012

Ein wenig Organisation muss sein, deshalb nutze ich – Sibby – den Morgen um den Weg zum Supermarkt auszukundschaften und den kleinen Ort kennen zu lernen. Stefan verschläft den frühen Morgen, während ich diese Stunden besonders genieße. Aufstehen, Frühstücken und Einkaufen, dann geht’s wieder los an den Fels. Diesmal wandern wir bis zum etwas weiter entfernten Gebiet MONESTARY. Der Weg ist leicht zu finden, führt direkt am Meer entlang und lädt ein immer wieder stehen zu bleiben und die Aussicht zu genießen. Ein Hund begleitet uns einen großen Teil des Weges. Er scheint MONASTERY zu kennen, läuft immer wieder vor, schaut sich um und wartet, dass wir ihm folgen. Einige Schäfchenwolken weiden den Himmel, aber es ist sehr warm. Wir klettern in der Seitenwand eines kleinen sich zum Meer hin öffnenden Tals. Der Fels ist sehr scharfkantig, dafür auch sehr griffig. Ich habe Angst um meine Schuhe und um meine Finger, denn die Löcher sind so scharf umrandet, dass die Finger steckenbleiben könnten. Glockenläuten lenkt uns plötzlich vom Klettern ab. Eine Ziegenherde kommt den Weg am Felsen lang, klettert gemütlich über unsere Ausrüstung und wandert tiefer in das Tal. Verdammt sicher laufen die Tiere über die schmalen steilen Wege. Wir sind nicht so sicher in der Wand, die ersten Routen sind schön gewesen, aber inzwischen schmerzen Finger und Füße von den scharfkantigen Griffen und Tritten. So ganz vertrauenswürdig ist der Fels auch nicht stellen wir fest, als Stefan plötzlich ein quadratmetergroßes Stück Stein in der Hand hält. Reste rieseln auf mich herunter und ich bin froh trotz Hitze meinen Helm zu tragen. Später wissen wir, dass dies auf Kalymnos eine absolute Ausnahme ist. Normalerweise “bewerfen” nur Ziegen Kletterer mit Steinen. Da wir inzwischen recht k.o. sind und noch die Wanderung zurück vor uns liegt, brechen wir das Klettern nach diesem Erlebnis ab und machen uns auf den Rückweg. Mit frischen Kartoffeln aus dem Ofen und griechischem Wein lassen wir den Abend ausklingen. Ein schöner Tag!

Kalymnos Climbing - perfekter Fels (OK, eine Schuppe brach ´raus)

Kalymnos Climbing – perfekter Fels (OK, eine Schuppe brach ´raus)

Dienstag, 09.10.2012

Wir entscheiden heute mit dem Bus zu fahren. Die Skooter gefallen uns nicht wirklich; sie machen nicht nur viel Lärm, sondern verschmutzen die Umwelt erheblich. Darauf würden wir vor allem im Urlaub gern verzichten. Der Bus fährt allerdings wirklich griechisch: statt wie auf dem Fahrplan stündlich, kommt er nur alle 2 Stunden. Dafür kostet es nur 1Euro pro Person bis nach Armeos, genauer „Climber’s Nest“. Dort steigen wir einen steilen Pfad hinauf zur linken Wand des Gebiets POETS. Wir treffen hier auf weitere Klettersüchtige, die wie wir trotz trotz heißer Sonne den Fels beklettern. Trotz Nähe zu „Climber’s Nest“ ist der Fels hier nicht abgegriffen und abgenutzt. Die Routen sind sehr schön und abwechslungsreich. Technik ist gefragt an kleinen Löchern, Sintern und Slopern. Sehr schöne Kletterei, die wir bis zum späten Nachmittag genießen. Für die Rückfahrt leihen wir uns Fahrräder bei „Mike’s Bikes“. Sie kosten uns 5Euro am Tag und machen weniger Lärm und Dreck als die Skooter. Die Fahrt macht Spaß – es geht teilweise steil bergauf, dafür auch viel bergab und schneller als gedacht sind wir zurück in Panormos. Wir fahren noch bis Kandouni und genießen am Strand den Sonnenuntergang…

Etwas Kitsch nach dem Klettern

Etwas Kitsch nach dem Klettern

Mittwoch, 10.10.2012

Nach zweieinhalb spannenden Klettertagen beschließen wir heute „Pause“ zu machen. Pause für die Arme wohlgemerkt, so erkunden wir mit den Fahrrädern den Westen der Insel. Wie jeden Tag bislang strahlt die Sonne auf uns herab, während wir die sich an der Küste entlang schlängelndeStraße entlang radeln. Leider verläuft sie nur selten waagerecht; wir fahren fast ständig bergauf oder bergab. Aber die Anstrengung lohnt sich: Die Aussicht auf das Meer und die kleinen Inseln ist wunderbar; immer wieder kommen wir an kleinen einsamen Stränden vorbei, die zum verweilen einladen. In Arginonta und Emporios gibt es kleine Lokale und Minimärkte, in denen wir uns nicht nur mit kühlen Getränken versorgen können. Eine längere Pause machen wir jedoch nur auf unserem Rückweg in Emporios. Direkt am Strand genießen wir Krabben und Wein, sowie Sonne und Meer. Kein Klettern, aber wieder ein wunderschöner Tag!

Radtour Kalymnos. Der Weg hinten ist recht steil ;-)

Radtour Kalymnos. Der Weg hinten ist recht steil ;-)

Donnerstag, 11.10.2012

Es hat gewittert die Nacht, aber heute morgen ist es wie immer warm und sonnig. Da wir gestern bei der Radtour die Beine nicht geschont haben, entscheiden wir in eines der näheren Gebiete zu fahren. SYMPLEGADES erscheint uns gerade richtig: Wir müssen zwar bergauf fahren und laufen, um dorthin zu kommen, können aber Abends einfach den Berg herunter rollen. Der Weg ist länger und  steiler als erwartet. Mit letzter Kraft erreichen wir das Gebiet; zwei gegenüberliegende Wände, perfekt für sehr heiße Tage, denn eine Wand ist immer im Schatten. Außerdem weht die ganze Zeit ein frischer Wind. Wir klettern mehrere Routen im Bereich 6a bis 7a; Es sind Panorama-Touren, sehr schöne Bewegungen an gutem griffigem Fels mit bester Aussicht aufs Meer. Die Absicherung ist – wie übrigens in allen Gebieten, die wir bislang besucht haben – super. Selbst ich, Sibby, der Vorstiegs-Angsthase, bin jede Route angstfrei vorgestiegen. Ein guter Tag für mich und für Stefan ebenfalls.

Heute keine Kletterbilder, dafür um so mehr Klettern!

Heute keine Kletterbilder, dafür um so mehr Klettern! Und die Landschaft ist auch mal nett….

Freitag, 12.10.2012

Wieder schwingen uns samt Klettergepäck auf unsere Räder. Wir radeln bis fast nach Kasteli und steigen hier einen langen steilen Pfad hinauf. Fast eine halbe Stunde müssen wir laufen, bis wir OLYMPIC WALL erreichen. Wir werden mit schönsten Kletterrouten belohnt: senkrechte bis überhängende Wände mit abwechslungsreichen Kletterrouten, viele Sinter und Löcher, sehr kraft aufwendig und anstrengend. Am Ende des Tages sind wir sehr K.O., doch sind uns einig: Der anstrengende Zustieg hat sich gelohnt. Das Gebiet ist übrigens nicht so „einsam“ wie im Kletterführer beschrieben; viele andere Kletterer haben den Weg ebenfalls auf sich genommen. Wir rollen abends mit unseren Fahrrädern erst einmal nur bis Masouri. Zu geschafft um selbst noch zu kochen, essen wir in einen kleinen Lokal zu Abend. Sehr lecker und sehr günstig.

Erst die Arbeit....

Erst die Arbeit….

 

...dann das Vergnügen: Man beachte das eigekühlte Glas - Standard!

…dann das Vergnügen: Man beachte das eigekühlte Glas – Standard!

Samstag, 13.10.2012

Vor einer Woche sind wir angereist – Zeit für ein paar Zusammenfassungen:

  • Die Insel ist staubig und trocken – zumindest an der Westseite. Es wachsen hauptsächlich kleine stachelige Büsche und Thymian. Außerhalb der Wohngebiete begegnen wir hauptsächlich Ziegen, aber auch Schafe haben wir schon angetroffen.Und trotzdem: Für uns ist es ein Paradis!
  • Ein Klettergebiet ist schöner als das andere: Fünf Gebiete haben wir bislang beklettert und das ist nur ein kleiner Teil des Angebots. Es gibt einfach keine abgespeckten Griffe oder Tritte, überall finden wir schönstes griffiges Gestein, abwechslungsreich durch Löcher, Leisten und kleine Taschen, Sinter und Stalaktiten, Sloper und Zangen…
  • Die Wände sind meist gerade, leicht oder auch stark überhängend. Es gibt aber auch plattige Sektoren.
  • Ausnahmslos sind alle Routen bestens abgesichert, die Hakenabstände sind überall klein. Am Ende befindet sich oft ein Schnapper an zwei mit einer Kette verbundenen Festpunkten. Manchmal sind am Ende doch auch nur zwei Ringe in der Wand.
  • Ein fantastischer Blick auf das Meer ist von fast jeder Wand aus inklusive, doch dafür führen die Zustiege fast alle bergauf, teilweise lang und steil durch eben oben erwähntes staubiges und steiniges Gelände. Schatten findet man hier kaum, entsprechender Sonnenschutz ist notwendig. Die Wände an der Westseite der Insel sind höchstes Morgens im Schatten. Wer also im Schatten klettern möchte, sollte sich früh auf den Weg machen.
  • Wir werden oft als Schön-Wetter-Kletterer bezeichnet – und gehen der Sonne daher nicht aus dem Weg. Es ist ein Traum: Jeden Tag scheint sie auf uns herab und es ist kein Ende in Sicht. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es im Oktober noch dermaßen heiß ist und sind nach jedem Zustieg und Klettern trotz kurzer Hosen durchschwitzt.
  • Aber unser Apartment ist ja mit einer Dusche ausgestattet und wir konnten bislang nicht über Wassermangel klagen. Doch sollte man wissen: Das Wasser aus dem Hahn ist geclort und nicht trinkbar. Stefanos hat im Hof einen Kanister mit Trinkwasser, den er regelmäßig auffüllt. Ansonsten ist Wasser aus dem Supermarkt oder von den Zapfstationen (nicht kostenfrei) zu verwenden.
  • Doch müssen wir keine Angst haben zu verdursten, wenn wir Abends nicht mehr einkaufen gewesen sind. In jeder Straße gibt es hier kleine „Supermärkte“, die einfach alles anbieten. Essen und Getränke, Brot, Süßes und Postkarten, Sonnenschutz, Schwämme, Muscheln und vieles mehr. Zumindest in Armeos und Masouri gibt es aus den aktuellen Kletterführer und Wanderkarten zu kaufen. Ein Tip für den Obst- und Gemüseeinkauf sind die kleinen Marktwagen. Sie verkaufen vor allem süßes Obst und leckeres Gemüse von der anderen Seite der Insel.
  • Die Preise Nahrungsmittelpreise sind ok, aber auch Essen gehen ist nicht allzu teuer. Bislang haben wir zwischen 6,50 Euro und 15 Euro pro Person bezahlt für sehr gutes Essen mit Getränken. Ein einfaches Baguette oder ähnliches für zwischendurch ist noch günstiger.
  • Wir schlafen recht viel, schließlich haben wir Urlaub. Es wird früh dunkel und die Straßen sind zum großen Teil unbeleuchtet, sodass es insgesamt sehr dunkel ist. Leider birgt dies auch Gefahren auf dem Rückweg mit dem Fahrrad, denn wir haben keine Lichter. Da wir in einem Apartment wohnen, haben wir unsere Stirnlampen zu Hause gelassen. Jetzt wünschen wir uns sie hier zu haben.
  • Die Nächte sind übrigens nicht so ruhig wie angenommen. Zwar haben wir bei uns eigentlich keinen Verkehrslärm, aber schon sehr früh am Morgen versucht ein Hahn den anderen zu übertönen (früh am Morgen? Nachts um zwei!!! -Anmerkung Stefan-). Zusätzlich bellen Hunde und streiten sich Katzen, so dass wir nicht von ruhigen Nächten sprechen können. Auf ein Haus kommen hier übrigens ca. 13 bis 25 Katzen. Zumindest bei uns sind sie nicht aufdringlich oder aggressiv und kommen trotz offener Tür nicht ins Apartment, aber sie liegen vor den Türen, auf den Schuhen, im Hof und auf den Stühlen.
  • Wir bewegen uns übrigens immer noch mit den Fahrrädern fort und haben beschlossen gänzlich auf Skooter oder Motorbikes zu verzichten. Und die Insel lädt an einem Pausentag durchaus zu einer schönen Radtour ein.

Heute wollen wir jedoch nicht allzu weit fahren. Es ist Zeit für „richtig“ Pause. Wir radeln nach Pothus und erkunden kurz den Hafenbereich. Sehr touristisch ist es hier. Geschäfte mit Kitsch wechseln sich mit Restaurants ab. Wir bleiben nicht lang, sondern fahren zum Strand und genießen die Sonne und das Meer. Der Strand ist steinig, Sandstrände gibt es nur wenige auf der Insel und auch dann ist es dunkler, grober Sand. Das Wasser jedoch ist sehr klar und Schwimmen macht richtig Spaß. Spätnachmittags wechseln wir vom Strand bei Pothus zum Strand in Kandouni in Laufnähe unseres Apartments. Die Sonne versinkt hier glühend rot im Meer, der Anblick ist unglaublich.

Ruhetag an perfektem Strand

Ruhetag an perfektem Strand

Sonntag, 14.10.2012

Relativ früh starten wir heute, denn wir haben uns ein Klettergebiet hinter Arginonta ausgesucht und dass bedeutet für uns eine längere Radtour. ARHI ist ein vielbesuchtes Gebiet mit Blick über die Bucht in der Arginonta liegt. Uns erwarten sehr athletische Routen an überhängendem Fels. Große Sinter und Taschen im Fels zeichnen die Routen aus, doch das macht sie nicht leichter. Viel Kraft und Körperspannung ist notwendig. Die einen oder anderen Tritte sind schon etwas glatt getreten, aber das gilt nur für wenige Routen und der Begriff abgespeckt kann dafür lange nicht verwendet werden. Die Felswand ist südöstlich ausgerichtet und deshalb wird es schnell sehr warm und sonnig. Es ist einer der heißesten Tage und wir sind schnell K.O.. Auf dem Rückweg halten wir in Arginonta, verbringen noch ein Stündchen mit kalten Getränken am Strand, so dass wir im Schatten heim fahren können.

Klettern Kalymnos-Style: geniale Sinter

Klettern Kalymnos-Style: geniale Sinter

Montag, 15.10.2012

Es gibt soviele Klettergebiete auf Kalymnos, dass wir zuerst darauf verzichten wollten Telendos, die kleine Nachbar-Insel, zu besuchen. Der kleinste Abstand beider Insel ist nur 700m und kleine Boote bringen morgens zahlreiche Kletter hinüber und holen sie Abends wieder ab. Für 5 Euro pro Person und Fahrt bringt unser Käptain uns so nah an das von uns ausgesuchte Gebiet PESCATORE wie möglich. Es ist der gleiche Anlegepunkt wie für die Gebiete IROX und GLAROS. Es ist wieder ein heißer Tag, doch PESCATORE liegt bis zum späten Nachmittag im Schatten. Während ich links Routen im Bereich 6a bis 6c+ an relativ senkrechten Wänden vorsteige, versucht Stefan sich wieder an schwereren überhängenden Routen. Es gibt eine Vielzahl schönster Routen, doch als die Sonne herum kommt, reißen wir uns vom Fels los und wandern zurück Richtung Anlegestelle. Dabei kommen wir an dem Gebiet IROX vorbei und klettern hier unsere Abschlussroute für den heutigen Tag – eine wunderschöne 30m lange 7a. IROX ist mehr als einen kurzen Besuch wert, allerdings hatten wir mit dem Kapitän vereinbart, dass er uns um 17h abholt und die Zeit haben wir nun leider. Schweren Herzens verlassen wir IROX und lassen uns zurück fahren.

Hafen von Telendos

Hafen von Telendos

Suchbild mit Ziege. Rechts davon 6a, links 6a+!

Suchbild mit Ziege. Rechts davon 6a, links 6a+!

Dienstag, 16.10.2012

Nach einer längeren Radtour erneut Richtung Arginonta/ Emporios erreichen wir das GHOST KITCHEN, ein vielbesuchtes Klettergebiet. Kein Wunder, wir haben zwar inzwischen einige Höhlen und Stalaktiten gesehen, aber die Formen hier sind unglaublich. Nach leichtem Einklettern in senkrechten Routen wagen wir uns in die Überhänge in der MAIN WALL. Uns erscheinen die Routen etwas weniger kraftanstrengend als diejenigen in ARHI, denn die großen Sinter und Vorsprünge in verschiedensten Formen lassen sich nicht nur zum Festhalten nutzen; häufiges Ausspreitzen spart Kraft. Auf einige Sinter kann man sich zur Ruhepause sogar setzen und beide Arme gleichzeitig ausruhen. Der Fels hier ist wirklich erstaunlich.

Auf der Rückfahrt machen wir Rast an einem kleinen Strand bei Kasteli. Das klare blaue Wasser lädt zum Abkühlen im Meer ein. Wir haben zwar keine Handtücher dabei, aber die Sonne trocknet uns schnell wieder.

Stefanos und Anna haben uns und die anderen Gäste zum Abendessen eingeladen; eine Möglichkeit sich gegenseitig kennen zu lernen und typisch griechisches Essen zu testen.Es gibt Suppe mit weißen Bohnen, Salat aus Tomate, Zwiebel und Oliven und Kuchen zum Nachtisch. Das Angebot nehmen wir natürlich gern an und sitzen den Abend länger auf der Terrasse und unterhalten uns.

Auch typisch Kalymnos: irre Sinter und Stalaktiten

Auch typisch Kalymnos: irre Sinter und Stalaktiten

Mittwoch, 17.10.2012

Ich – Sibby – stehe heute sehr früh auf und lasse Stefan länger schlafen. Heute ist unser zweiter Pausentag und ich will den Vormittag nutzen einen der vielen Wanderwege zu gehen: Die „ITALIAN ROAD“. Dieser Weg führt vom Hafen bei Pothia zu Vathys und schlängelt sich dabei zwischen den Hügeln von Haes und Agati entlang auf eine Hochebene oberhalb von Vathis. Der Weg stammt aus Zeiten der italienischen Besetzung der Insel und besteht aus groben Pflastersteinen, die zwar zum Teil weggebrochen sind, aber auf denen es sich gut laufen läßt. Ich genieße die Aussicht über ganz Pothia, den Hafen und das Meer, sowie meine Rast oberhalb von Vathis im Grünen.

Gerade rechtzeitig bin ich kurz vor Mittag zurück, um mit Stefan gemeinsam an den Strand bei Kandouni zu gehen. Wir relaxen in der Sonne, lesen, schwimmen im klaren, kühlen Wasser und essen Crepe und Salat. Faulenzen tut auch mal gut!

Voller Blick auf Pothia

Voller Blick auf Pothia

Donnerstag, 18.10.2012

Ein Tag voller Höhen und Tiefen. Trotz des Pausentages fühlen wir uns nicht fit. Wir spüren das Klettern und Radfahren der letzten Tage in Rücken, Armen und Beinen. Die ersten Routen im Gebiet ODYSSEY fallen uns schwer. Schön sind sie trotzdem. Wir relaxen mehr als das wir klettern und sammeln Kraft für den nächsten Tag.

Freitag, 19.10.2012

Wir radeln heute das letzte Mal den schweren Berg hoch (*Schnüff*). Als Klettergebiet haben wir uns ARGINONTAS ausgesucht, nicht ganz so weit zu fahren und angeblich ein echter Geheimtipp (wie eigentlich alle Sektoren). Und wie sollte es anders sein, auch an unserem letzten Kklettertag werden wir von perfektem Fels verwöhnt. Da wir heute zu viert unterwegs sind, nutzen wir die Chance, ein paar Kletterbilder zu machen. Auch ein Geheimtipp: Für Kletterphotos ist Kalymnos überaus gut geeignet. Die tollen Felsstrukturen, die starken Überhänge und der wirklich überall vorhandene Ausblich aufs Meer und auf Telendos sorgen fast automatisch für geniale Bilder!

Heute haben wir viel photographiert...mehr in der Galerie unten

Heute haben wir viel photographiert…mehr in der Galerie oben

 

Samstag, 20.10.2012

Leider kein Fluglotsentreik auf Griechenland. Wir müssen nach Hause :-( Aber wir kommen wieder, so viel ist sicher!

Category: Kletterfotografie, Klettern, Kletterreisen

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