Ist Klettern gefährlicher als z.B. Fußball?

Jedem Kletterer ist die Antwort klar: Natürlich nicht! Klettern ist doch viel sicherer als das, was manche Hobbykicker so veranstalten.

Ist klettern gefährlich?

Ist klettern gefährlich?

Das hat sich jedoch leider noch nicht herumgesprochen, und deshalb werden wir Sportkletterer beim Abschluss diverser Versicherungen extrem benachteiligt. Wer schon einmal versucht hat, seinem Versicherungsagenten zu erklären, dass Klettern viel gesünder und auch sicherer ist als andere Sportarten, trifft auf taube Ohren. Eregebnis: saftige Aufschläge bei der Versicherungsprämie!

Diese Ungerechtigkeit lässt sich nur aus der Welt räumen, wenn es wissenschaftlich einwandfreie Studien zur Verletzungsgefahr beim Klettern gibt. Untersuchungen, die belegen, dass die Unfallzahlen beim Klettern  viel geringer sind, als die “breite Bevölkerung” und Versicherungsmathematiker in ihrer Unwissenheit annehmen. Eine dieser Studien führt jetzt Priv.-Doz. Dr. med. V. Schöffl vom Sportorthopädie Klinikum in Bamberg durch. Ich habe bei diesem Namen kurz inne gehalten – den kenn ich doch…?

Und richtig, er hat die Fingerverletzungsbibel für uns Kletterer geschrieben:

 

Ein engagierter Kletterer also, der schon viel für die Community getan hat. Und jetzt will er uns ersparen, dass wir alle unseren Versicherungsmakler mit zum Klettern nehmen müssen, um diesem zu beweisen, dass unser Sport absolut sicher ist. Ein echt sinvolles Vorhaben, dass Du mit nur ein paar Minuten Deiner Zeit unterstützen kannst.

Hier kannst Du als Proband an der Studie teilnehmen und allen Kletterern einen großen Dienst erweisen: https://www.soscisurvey.de/studie_sportklettern/?q=01

Weiterhin wäre es hilfreich, wenn Du diesen Artikel an befreundete Kletterer weiterleitest oder z.B. bei Facebook oder Google postest, um die Untersuchung auf eine möglichst breite Datenbasis zu stellen! Im folgenden noch die zusätzlichen Informationen zum Ablauf der Studie:

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 *Prospektive Untersuchung zum Unfallrisiko Sportklettern*
*Teilnehmer gesucht*

Klettern ist ein faszinierender Sport – leider birgt er aber auch gewisse Risiken. Diese Risiken – so denken wir und so denkt Ihr wahrscheinlich auch – sind vertretbar und nicht höher als bei vielen anderen Sportarten. So weit so gut. Damit können wir alle umgehen es sei denn wir versuchen uns eine Lebens-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung zuzulegen. Viele dieser Versicherungen bewerten Sportklettern als Risikosportart und setzten Euch entweder sehr hohe Versicherungssummen vor oder versichern Euch eventuell gar nicht. Die Argumente der Versicherungen sind dabei auf wenig harte Daten zurückzuführen. Es liegen wenig kontrollierte Studien zum Risikoprofil vor. Die Sportart rutscht dennoch auch aufgrund der Aufnahmein die „Shortlist“ des Internationalen Olympischen Komiteesweiterhin in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, so dass es gilt, hier Klarheit zu schaffen.

Hier möchten wir nochmals nachhaken und Daten erheben. Wir haben dies bereits im Rahmen der Promotionsarbeit von Alexander Neuhof vor gut 2 Jahren begonnnen, die Ergebnisse sind derzeit in der Publikation und zeigen ein relativ geringes Unfallrisiko für Sportklettern (siehe Anlage, bzw. engl Abstract). Dennoch sind diese bisherigen Daten, die retrospektiv, d.h. rückwirkend erhoben wurden, immer nur relativ zuverlässig, außerdemfehlen z.B. evtl. Todesfälle.

Es ist nun unsere Aufgabe, diese Daten weiterzubearbeiten bzw. prospektive Daten zu erheben, d. h. Kletterer von jetzt ab über einen Zeitraum von 2 Jahren zu beobachten. Dann kann unsere Sportart noch besser mit anderen Sportarten neutral verglichen werden und das kann jedem von uns direkt persönlich nutzen.

Ergebnisse werden auch den Rückversicherern mitgeteilt, ebenso wie die Ergebnisse der Arbeit, die bereits durchgeführt wurde.

Wir sind natürlich auf Eure Hilfe angewiesen und bitten um motivierte Teilnahme bei der Studie. Wir versichern Euch, dass die Angabe nicht an dritte Personen weitergegeben werden. Die persönlichen Daten werden nach Ausführung der Studie gelöscht.

Wir bitten, Euch etwas Zeit zu nehmen und Euch für die Studie zu registrieren.
Ziel ist es, Unfälle beim Sportklettern und Bouldern zu erfassen, d. h. es interessieren Kletterunfälle und Kletterzeiten beim reinen Sportklettern (nicht alpines Sportklettern, Eisklettern, Bergsteigen), beim Bouldern sowie im Winter beim Indoor-Klettern. Als Unfall definiert ist eine körperliche Verletzung, welche einen direkten Arztbesuch (innerhalb von 48 Stunden) nach sich zieht (z. B. Bänderriss am Sprunggelenk, nicht
chronische Überlastungen o. ä.).

Der Ablauf findet folgendermaßen statt:

Es wird eine initiale Registierung geben sowie dann jeweils halbjährlich Kletterzeiten und Unfälle abgefragt werden. Dazu werdet Ihr 6 Monate nach dem Ersterhebungsbogen eine Email erhalten mit einem Link, über den Ihr Euch bitte *kurz* durch das Datenerhebungsblatt klickt. Wenn kein Unfall aufgetreten ist dauert das eine Minute, sonst ca. 10 Minuten.

Da wir natürlich auch das Todesfallrisiko erfassen müssen und der Verstorbene selbst natürlich keine Rückmeldung geben kann, werden wir Euch bitten, uns zwei Kontaktadressen zu nennen, bei welcher wir nachfragen dürfen, falls Ihr, wie wir natürlich nicht hoffen, nicht auf unsere Emails reagieren könnt.

Daten wie diese sind extrem wichtig für eine reelle Einstufung unserer Sportart durch die Öffentlichkeit und mit einer Teilnahme helft Ihr nicht nur uns, sondern Euch direkt selber.

Der Link: https://www.soscisurvey.de/studie_sportklettern/?q=01

bei evtl. Fragen könnt Ihr Euch jederzeit per Email an uns wenden

Mit herzlichen Grüßen
Priv.-Doz. Dr. med. V. Schöffl,
MHBA Jochen Hartmann
LA Sportorthopädie Klinikum Bamberg
Sportmedizinischer Stützpunkt des DAV Assistenzarzt
Dt.Kletternationalmannschaft DAV, IFSC MedCom
Klinikum Bamberg

Kontaktdaten:
Sportorthopädie Klinikum Bamberg
www.sportmedizin-bamberg.com
jochen.hartmann@sozialstiftung-bamberg.de

 

Category: Klettern, Kurioses, Sicherheit

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