Wege über das Plateau…

Wenn Du länger als 6 Wochen kletterst, kennst Du das Gefühl: Alle Fortschritte stagnieren, es geht nicht voran. Du gibst schon alles, pusht Dich bis zur Grenze, und trotzdem will der nächste Schwierigkeitsgrad nicht fallen. Was nun?

Manchmal geht´s einfach nicht vorwärts...

Manchmal geht´s einfach nicht vorwärts...

Noch mehr pushen, noch härter trainieren? Ehe wir über Lösungen sprechen, lass mich kurz etwas zu den Gründen sagen. Warum stoßen wir immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand? Achtung, der nächste Absatz gilt auch für das echte Leben ;-)

  •  Am Anfang ist alles neu. Vor Dir liegt eine frische Sportart mit endlosen Möglichkeiten. Alles was Du verbessern kannst, schlägt sich fast sofort in höheren Schwierigkeitsgraden nieder.
  • Dann, mit steigendem Können, schleichen sich Gewohnheiten ein. Diese betreffen Deine Technik, Deine Bewegungsqualität, Deine Trainingsgewohnheiten. Du drehst Dich immer auf die gleiche (ähnliche) Weise ein. Du setzt die Füße immer ähnlich auf, bewegst die Hüfte so wie immer. Gehst immer montags, donnerstags und samstags klettern, immer in die selbe Halle / den selben Fels.
  • Und das ist gut so, wir Menschen sind zwar extrem anpassungs- und lernfähig, aber dann doch auch wieder Gewohnheitstiere. Was wir einmal gelernt haben -und was uns zum Ziel führt- das behalten wir so bei. Um eine Gewohnheit zu ändern, muss meistens etwas einschneidendes passieren. Dann merken wir, dass es auch anders geht.
  • Gewohnheiten ändern sich erst durch Wiederholung. Du musst etwas so um die zwanzig mal regelmäßig machen (und Dich dazu zwingen), bis Dein Körper / Geist es als neue Gewohnheit abspeichert und automatisch darauf zurück greift.
  • Gewohnheiten haben den Zweck (evolutionär betrachtet), Dir das Lernen zu ersparen! Beim Lernen passieren Fehler, deshalb nehmen wir lieber den bekannten Weg.

Aus diesen Überlegungen wird deutlich, dass Du etwas verändern musst, wenn Du etwas neues, anderes, besseres erreichen willst! Macht das nicht auch den Reiz des Kletterns aus? Sich neuen (!) Herausforderungen zu stellen? Sich aus seiner “Wohlfühlzone” heraus zu bewegen? Ich bemerke an mir, wie gerne mein Kopf und mein Körper in dieser Zone verharren möchten. Aber wenn ich es schaffe, einmal auszubrechen, bemerke ich danach immer, dass wir Menschen tatsächlich ein Leben lang lernen können. Das macht uns Menschen aus, wir sind “Lerntiere”. Es fühlt sich extrem gut an, etwas außerhalb seiner Wohlfühlzone zu lernen. Nur der erste Schritt über diese Grenze, die kostet Energie.

Zurück zum “besser Klettern”! Du siehst, Du musst Dinge verändern. Was kannst Du anders machen, was macht Sinn? Hier ein paar Vorschläge, nicht abschließend,  vielleicht kannst Du Deine Ideen hinzufügen (gern über den Kommentarmodus):

  • Such Deine Schwachstellen und arbeite an ihnen
  • Mach Fehler…
  • Geh öfter/ seltener/ an anderen Tagen Klettern
  • oder Bouldern/ Vorsteigen/ Topropen/ Felsklettern…
  • Such Dir andere/ zusätzliche Kletterpartner (mit Vorsicht zu genießen ;-) )
  • Klettere  zu schwere Routen
  • Besuche andere Gebiete/ Hallen
  • mach zusätzliches Training: Campusboard, Systemwand, Griffboard
  • mach ein paar Wochen extrem viel (keine Sorge wegen Übertraining!)
  • Verändere Deine Ernährung
  • Mach Yoga/ Stretching/ Feldenkrais
  • Kletter mehr Dächer/Platten/ Sloper/ Leisten
  • ….

Am wichtigsten: Such Dir genau die Dinge, gegen die Du Dich am meisten sperrst. Du bist auf dem richtigen Weg, wenn Du mit neuen Dingen anfängst, in denen Du schlecht bist. Lass diese “Schwäche” bewusst zu und stell Dich auch dieser mentalen Herausforderung. Du willst etwas lernen und trainieren, nicht die Dinge wiederholen, die Du schon längst gut beherrscht. Wenn Du Deine Gewohnheiten veränderst, veränderst Du Deine Ergebnisse!

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Category: Klettern, Klettertechnik, mentales, Motivation, Tipps

Comments (2)

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  1. Hallo zusammen,

    bin gespannt auf Eure Tips.

    Gruß aus München

    Günther

    • Stefan says:

      Hallo Günther!

      Schön dass Du dabei bist – wenn Du Fragen oder Wünsche hast, schreib mir einfach eine Mail ;-)

      Lieben Gruß, Stefan

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