Cobra VS Shaman: neuer Kletterschuh von Chris Sharma fordert meine Cobras heraus!

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Der neue “Shaman” von Evolv:

Es ist kein Zufall, das der neue Topschuh von Evolv so ähnlich klingt wie ein bekannter Kletterer. Chris Sharma hat diesen Schuh mit entwickelt. Wenn Du ihn persönlich dazu hören möchtest, er spricht mit Matt Segal in einem Interview über die neuen Features:

Chris Sharma über seine neue Entwicklung: Evolv “Shaman”

Unsere Partner von den Bergfreunden haben mir ein Paar Kletterschuhe zum Testen zur Verfügung gestellt, also kann ich ein Paar der Dinge aus dem Video selbst ausprobieren *freu*.

Hier schnell die Vorteile, die Chris nennt. Ich werde sie dann nach dem Anprobieren kommentieren!

Material:
Der Shaman ist innen aus Leder. Laut Chris ist damit das Passgefühl und der Kontakt mit dem Fuß besser. Chris sieht auch im olfaktorischen Bereich Vorteile. Es soll halt weniger müffeln. Das Obermaterial ist aus Synthetik, so dass es zu wenig Nachdehnen und Verformungen kommen sollte.
Die Ferse ist mit Baumwolle ausgekleidet. Um den Kraftschluss von der Ferse zum Zeh zu
verbessern, hat der Shaman eine aufgesetzte Gummischlaufe, die dabei helfen soll. Am auffälligsten von außen ist der von Chris als “Lovebump” bezeichnete Teil der Sohle, der direkt unter den Zehen liegt, und so zum aggressiven Aussehen des Schuhs beiträgt. Dazu später mehr.

Klingt ja alles ganz spannend, aber ob das so klappt? Ich bin bei Featurebeschreibungen ja immer Vorsichtig, manche Hersteller schaffen es ja, eine Gummisohle als spezielles Feature zu verkaufen.
Andererseits sind Kletterschuhe ja seit einiger Zeit mit wenigen revolutionären Veränderungen erfolgreich am Markt. Ich bin selber ein Fan des alten Cobras von La Sportiva. Das ist der orangene Slipper, den man bei ganz vielen Profis sieht, wenn sie in den geilen Videos klettern (was nicht  bedeutet, dass ich damit automatisch auch nur annähernd so gut bin, aber immerhin). Und das ist dann also auch der Gegner für den Herausforderer  Shaman Evolv in diesem persönlichen Test. Gründe für mich, den Cobra zu lieben:

  • praktisches Slipperdesign (einfach rein/raus)
  • angenehm am Fuß
  • sehr (!) weiche und sensible Sohle (kenn nix besseres), wenn der Fuß daran gewöhnt ist

Als verbesserungswürdig empfinde ich besonders die Ferse, die bei mir immer rumrutscht und ein präzises Hooken unmöglich macht. Diesen Eindruck teilen aber alle, die den Cobra lieben: Geile Sohle, miese Ferse.

Deshalb hatte ich auch Respekt vor dem Shaman, der sieht beim Auspacken nämlich echt aggressiv aus, mit seinem starken Downturn. In Gedanken krampfe ich schon den großen Zeh unter meine Fußsohle… Aber egal, ist ja nur zum testen…. Der Einstieg in den Schuh gelingt sehr gut und einfach, durch seine drei Klettbänder lässt er sich sehr weit öffnen, so dass ich nur noch meinen dicken Zeh vorne reinpopeln muss. Schnell die Klettlaschen angezogen und schon bin ich drin. Und irgendwie angenehm überrascht: Das ging schnell, und fühlt sich gut an. Etwas mehr Druck in der Ferse wäre gut, also ziehe ich den oberen Klettstreifen etwas fester. Passt!

Der Shaman ist wirklich präzise: Tritt im Klettern mit 80% Körpergewicht belastet!

Der Shaman ist wirklich präzise: Tritt im Klettern mit 80% Körpergewicht belastet!

Der von Chris angesprochen “Lovebump” ist deutlich und ungewohnt unter meinem großen Onkel spürbar. Ich spüre nun, dass der scheinbare Downturn eher aus dem extra Gummi unter den Zehen her rührt. Es fehlt ein wenig das bekannte “eingekrampfte” Gefühl, die Gummidelle lädt die Zehen irgendwie zum zugreifen ein. Die Ferse sitzt angenehm, da scheint ein weicheres Material im Spiel zu sein.

Fühlt sich schon mal echt gut an, bequem aber angenehm eng anliegend. Das könnte etwas
werden….

Also bin ich in der Halle ein paar überhängende Routen geklettert. Ohne große Eingewöhnung an den Schuh habe ich das Gefühl, dass ich alles damit klettern kann, was auch in meinen Cobras geht. Irgendwie ein komisches Gefühl, da die Sohle doch etwas dicker und scheinbar unsensibler ist. Ich vermute, dass er das durch bessere Reibung ausgleicht. Also, steiles Gelände mit dem ein oder anderen Toe-/Heelhook klappt sofort gut!

So schnell lasse ich meine geliebten Cobras aber nicht ins Hintertreffen kommen. Ich hatte die beiden Schuhe also auch über Pfingsten in Fontainebleau dabei. Hier kommte es ja bekanntlich auf ein gutes Anpassen des Schuhs an den Tritt an, die Königsdisziplin des Cobras! Wir haben an einer Platte mit kleinen Tritten und Reibungstritten ein paar Versuche gemacht. Ich hatte in den Cobras immer das Gefühl, sauber und gut zu stehen. Der Boulder hat trotzdem nicht geklappt. Also dachte ich, das wäre doch ein guter Test. Die Shaman angerissen, im ersten Versuch wieder rausgefallen. Doch das Standgefühl war gut, ich habe dieses feine Anpassen an den Tritt nicht so präzise machen müssen, mein Gefühl war eher, dass der Shaman das irgendwie selbst macht. Er hatte eine super Reibung, und ich stand tatsächlich besser. Im zweiten Versuch hat es dann locker geklappt! Die Sohle ist weniger sensibel und weich, aber weicher als sie aussieht, und die Reibungswerte des Gummis sind echt Top! Der “Lovebump” unter dem Zeh scheint den Fuß in eine
bessere Position zu bringen, um ordentlich Druck auf den Fels zu bekommen.

Cobra VS Shaman: Reibungstritte, aus dem Klettern voll belastet

Cobra VS Shaman: Reibungstritte, aus dem Klettern voll belastet

Meine Cobras haben eine echte Konkurrenz bekommen, der Shaman ist eine echte Empfehlung. Wenn ich heute neu wählen würde, gewinnt der Shaman, er war selbst uneingeklettert effektiver auf schlechten Tritten, als der Cobra. Hooken ist auch kein Vergleich, das passt.

Ich habe den Shaman eher etwas größer bestellt ;”normale” Schuhgröße zwischen 40 und 41 (höre ich da jemanden lachen?), der Shaman passt mit in 41 perfekt.(Für Cobra-Umsteiger-Interessierte: Cobras in 38). Ich würde mit Chris übereinstimmen und sagen, dass bei diesem Schuh die Leistung eher nachlässt, wenn Du ihn zu eng anziehst. Hier schnell der Vergleich Cobra/Shaman in der Übersicht:

Cobra:
+ sehr sensible und weiche Sohle
+ leichter Einstieg
+ unauffälliges, aber zeitloses Design – cooles Understatement!
+ bequem

-schlechte Ferse

Shaman:
+ Super Reibung der Sohle, sensibler als man erwartet
+ leichter Einstieg
+ gut anpassbar durch 3 Klettbänder
+ “Lovebump” unter dem Zeh eine echte Innovation
+ Ferse und Zeh (extra hochgezogenes Gummi) zum Hooken gut geeignet
+ Sieht cool aus, ohne zu verspielt zu wirken (orange/blau)
+ Top verarbeitet

– Ferse bei mir ein wenig “schwammig”, aber um Längen besser als Cobra

Fazit: Eine echte Empfehlung, der Schuh hält einige Überraschungen bereit! So gute Leistung bei so viel Komfort hatte ich noch nie am Fuß. In “neu” ansehen bei den Bergfreunden.

[* Für diesen Materialtest wurde das getestete Produkt von den Bergfreunden zur Verfügung gestellt. Die hier wiedergegebene Meinung ist die des Autors und wurde in keiner Weise beeinflusst]

Category: Klettertechnik, Material, Tipps

Comments (1)

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  1. Clara Clette says:

    you know, like, really, like I think, really you know a really nice video…

    Hab die Schuhe auch mal angezogen. Die muss man wirklich ungewohnt groß nehmen. Bei mir drei Nummern größer als der Miura.

    Gruß, Clara

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