Aufwärmen vor dem Klettern!? – Teil 2: Allgemeines Aufwärmen

Vor kurzem haben wir es Euch versprochen und hier ist er, der zweite Teil aus der Themenreihe „Aufwärmen vor dem Klettern!? Aber ich KLETTER mich doch warm!“

Im ersten Teil [den findet Ihr hier] haben wir festgestellt, wovon ein Aufwärmprogramm fürs Klettern abhängig ist. Diesmal beschäftigen wir uns mit dem ersten Teil des Aufwärmens:

Das „allgemeine“ Aufwärmen

Sinnvoll vor dem Sport und vor dem Klettern ist als Erstes ein „allgemeines“ Aufwärmen des gesamten Körpers. Ziel ist eine optimale Durchblutung und Temperatur aller Muskelgruppen. Außerdem erreichst Du damit zwei wichtige Dinge:

  • Abnahme der viskoelastischen Reibungswiderstände in den Muskeln, Sehnen und Bändern > Verringerung der Verletzungsgefahr
  • Anregung der Produktion von Gelenkflüssigkeit. Folge ist eine Dickenzunahme der Gelenkknorpel, wodurch Druck- und Scherkräfte besser absorbiert werden können und hohe Gelenkbelastungen reduziert werden. Dies gilt auch für den Fingerbereich.

Aufwärmen fürs Klettern

Um ein „allgemeines“ Aufwärmen zu erreichen, suchst Du Dir eine Tätigkeit bei denen große Muskelgruppen eingesetzt werden, z.B. Warmlaufen. Aber auch hier gilt: Nicht übertreiben. Warm-werden ist das Ziel. Wenn Du vor dem Klettern schon zu KO bist, leidet Deine Technik und die Verletzungsgefahr steigt wieder. Draußen reicht schon der zügige Zustieg zum Fels um den Körper auf “Betriebstemperatur” zu bringen. Ich selbst liebe längere steile Zustiege, um meinen Körper aufzuwärmen und meinen Kopf schon aufs Klettern einzustimmen :)

In der Halle macht das Aufwärmen nicht soviel Spaß. Meist steigen wir direkt an der Wand aus dem PKW. Ich sehe selten Hallenkletterer, die unter der Kletterwand hin und her laufen, um sich aufzuwärmen. Ich selbst vernachlässige das allgemeine Aufwärmen in der Halle, weil die Möglichkeiten fehlen. In letzter Zeit habe ich allerdings des öfteren Kletterer oder Boulderer gesehen, die sich mit „Seilspringen“ aufwärmen. Das halte ich für eine gute Idee und werde demnächst selbst öfter mit Seil (zum Seilspringen) unterwegs sein.

Apropos „was ich in Kletterhallen beobachte“: Ebenso sehe ich Kletterer, die zum Aufwärmen Klimmzüge oder Liegestütze machen. Das ist ein gutes Beispiel, wie ein körpergerechtes Aufwärmen nicht aussehen sollte. Es ist zum Warm-Werden eher schon zu viel Belastung – Du verschwendest Kraft, die Du fürs Klettern verwenden könntest. Die Belastung ist ausserdem zu hoch, um als Vorbereitung zu gelten. Andere machen sich für Klimmzüge und Liegestütz warm – und das ist gut so ;-)

Weiteres “Aufwärmen” folgt in Kürze…

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Category: Klettern, Klettertechnik

Comments (3)

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  1. Aufwärmen vor dem Klettern!? – Teil 3: Dehnen | www.klettervirus.info | 17. February 2011
  1. Max says:

    Hey! Sehr schöner Artikel, der viele wichtige Punkte beinhaltet! Ich wollte jedoch nochmal das Liegestützen und das Klimmziehen als Erwärmung verteidigen. Ich glaube nicht, dass man diese Sache pauschal zur Erwärmung ausschließen sollte. Ich glaube, es kommt stark auf den Einzelnen an. Du schließt es hier aufgrund der “eher schon zu viel Belastung” aus, aber was “zu viel” und was “zu wenig” ist, kommt ja auch auf die Fitness des Sportlers an. Dass es lange dauert, bis man einen Trainingsstand erreicht hat, bei dem man Klimmzüge tatsächlich als Erwärmung nutzen kann, steht sicher außer Frage… aber gegen ein paar Liegestütze ist sicher nichts einzuwenden. Vor allem weil es auch (und vor allem) Muskelgruppen beantsprucht, die von Kletterern ja gerne mal vernachläüssigt werden…außerdem ist es eine gute Übung, die man ohne jegliche Hilfsmittel in jeder Situation mit eigenem Körpergewicht und eigenen Wünschen durchführen kann!^^

  2. Schneider Klaus says:

    Hallo,
    vielen Dank das Du/Ihr mit dem Thema Aufwärmung angefangen habt. Früher beim Sport hab ich mir sehr lange Zeit genommen für das Aufwärmtraining. Dies vernachlässige ich beim klettern sehr, vor allem beim klettern in der Halle. Wobei das Aufwärmen wirklich stark gegen Verletzungen vorbeugt und man sollte ihm viel mehr Aufmerksamkeit widmen.
    Seil springen finde ich super, vor allem ist ein kurzes Seil kein Ballast. Leichte Dehnübungen sind auch gut, genauso wie Knetmasse oder einen Tennisball o.ä. schon auf der Hinfahrt im Auto durchkneten.
    Für weitere Tips und Erklärungen wäre ich super dankbar :-)

    Klaus

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